Raum als dritter Erzieher

Wenn man Kinder als Wesen betrachtet, die aktiv ihre Welt erforschen und nicht darauf warten, belehrt zu werden, dann ist es wichtig, in welchen Räumen sie leben. Von ihnen ist abhängig, ob die vom Kind ausgehende Aktivität, ein lohnendes Ziel findet.
Wir legen großen Wert auf die ästhetische Gestaltung der Räume. Viele Lichtquellen und warme Farben sorgen für eine geborgene Atmosphäre, ebenso wie viele verschiedene Nischen und Rückzugsmöglichkeiten. Die „sprechenden Wände“ und Spiegel an verschiedenen Orten wirken anregend und dienen der Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Um Kommunikation und Kooperation zu unterstützen, werden räumliche Beziehungen hergestellt. Transparenz und Durchlässigkeit sind hierbei wichtige Elemente. Fenster und verglaste Türausschnitte, die die visuelle Kommunikation herausfordern oder Übergänge, wie Öffnungen in den Wänden, haben einen großen Stellenwert.
Unsere Sanitätsbereiche dienen nicht nur der Hygiene, sondern werden auch als sinnesanregende Spielorte von den Kindern genutzt.
Bei uns gibt es kaum fertiges Spielzeug, aber eine Vielzahl von Dingen, deren Farben, Formen, Strukturen zum Betasten, Zuordnen und Verändern anregen.
Die Fantasie und Kreativität der Kinder werden somit in besonderem Maße gefordert und angeregt.
Die Raumgestaltung wird gemeinsam mit den Kindern immer wieder neu überdacht und soweit wie möglich den individuellen Bedürfnissen angepasst.
Zum pädagogisch wirksamen Raum gehört auch das ganze von den Kindern erschließbare Umfeld.

„Kinder brauchen keine Spielsachen, sondern Sachen zum Spielen.“
(Renate Zimmer (JAHR) „Handbuch der Sinneswahrnehmung“)